Strahlender Sonnenschein, ein gefüllter Klostergarten und über 400 Gottesdienstbesucher: Der Allianzgottesdienst am 21. Juni im Garten des Kieler Klosters war ein eindrucksvolles Zeichen gelebter Einheit. Die 17 Gemeinden und Werke der Evangelischen Allianz Kiel hatten gemeinsam eingeladen – mitten in die Kieler Woche, mitten in die Stadt.
Unter dem Thema „Jesus im Sturm erleben“ führten Pastor Helge Frey (Evanglisch-Freikirchliche Gemeinde Kiel) und Pastor Willi Quring (Freie Evangelische Gemeinde Kiel) durch den Gottesdienst. Die Band der FEG sorgte für die musikalische Begleitung.
Im Kinderprogramm spielten 15 Kinder mit großem Einsatz die Sturmgeschichte nach. Zur Belohnung gab es einen Lolli – natürlich für alle Kinder.
Den Kern bildeten Interviews mit vier Menschen, die das Meer aus eigener Erfahrung kennen. Alfred, ehemaliger Marinesoldat und langjähriger Mitarbeiter der Missionsorganisation OM in Asien, berichtete von einer Übung, bei der ein Torpedo das Schiff erfasste. Im Maschinenraum eingeschlossen, in Gedanken die sich schließenden Schotten vor Augen – eine Erfahrung totaler Ohnmacht und des Ausgeliefertseins. Was ihm geholfen hat: das Gespräch mit Gott. Thomas erinnerte sich an die Ausbildungsfahrt auf der legendären Gorch Fock kurz nach dem Abitur, die Einsamkeit an Bord im Ausguck und bei Nacht – geholfen haben ihm die Texte vertrauter Lobpreislieder. Tom, Lotse in Kiel, brachte es auf den Punkt: „Jeder Sturm geht auch wieder zu Ende. Aber es bleibt der offene Ausgang.“ Und Dieter, ehemaliger Banker und Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission, gab Einblick in die vielfältige Arbeit dieser Einrichtung: Bordbesuche und Krankenhausbesuche, Seelsorge und soziale Beratung, Seemannshäuser in Holtenau, eine Seafarers‘ Lounge am Cruise Terminal – Begleitung für Seeleute aus aller Welt, unabhängig von Nationalität und Bekenntnis. Die Kollekte des Gottesdienstes wurde anschließend für diese Arbeit eingesammelt.
In seiner Predigt über die Sturmstillung (Markus 4, 35–41) entfaltete Helge Frey zwei Hoffnungen der Geschichte: dass Stürme sich legen können – „wie nach einer stürmischen Nacht, wenn das Wasser am nächsten Morgen doppelt so ruhig daliegt“ – und dass niemand seinen Sturm allein durchstehen muss: „Es mag sich so anfühlen, als ob Jesus schläft. Richtig ist aber auch: Wir sind in keinem Sturm allein.“







