Im Jahr 2023 haben der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) nach sechs Jahren intensiver theologischer Gespräche ein gemeinsames Abschlussdokument mit dem Titel „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ vorgelegt. Dieses Dokument wurde vom Bundesrat des BEFG im Mai 2024 mit großer Mehrheit angenommen und bildet eine neue Grundlage für das ökumenische Miteinander beider Kirchen.
Der BEFG betont dabei, dass es nicht um eine kirchliche Vereinigung oder Fusion geht, sondern um ein geordnetes, bewusstes ökumenisches Miteinander, das theologische Gemeinsamkeiten stärkt und zugleich konfessionelle Unterschiede respektiert. Besonders hervorgehoben wird, dass trotz fortbestehender Unterschiede – vor allem im Verständnis und in der Praxis der Taufe – eine kirchliche Gemeinschaft möglich ist, ohne dass beide Seiten ihre je eigene Tradition aufgeben.
Wichtig ist dabei die theologische Neubewertung der Taufe: Die Taufe wird als Teil eines zusammenhängenden Weges zum Christsein verstanden, in dem unterschiedliche Traditionen (z. B. die gläubigentaufliche Praxis der Baptisten und die lutherische Kindertaufe) je in ihrem Kontext legitime Wege zeigen, wie Menschen mit Gott in Beziehung treten können. Weil dieser „Weg zum Christsein“ als gesamter Prozess angesehen wird, müssen Differenzen in der Taufpraxis nicht kirchentrennend wirken, sondern können als Ausdruck voneinander unterschiedlicher, aber im Glauben verwurzelter Wege verstanden werden.
Nach BEFG-Verständnis legt das Dokument eine ökumenische Basis, auf der beide Kirchen gemeinsam das Evangelium bezeugen, Gottesdienste feiern, diakonisch zusammenarbeiten und sich gegenseitig anerkennen können, ohne zentrale Überzeugungen preiszugeben.
Quelle: Kirchengemeinschaft auf dem Weg