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Die nächsten Landtagswahlen stehen vor der Tür, und inzwischen ist es unübersehbar: Selbst Parteien, die in einigen Bundesländern als gesichert rechtsextrem gelten, sind für manche Menschen wählbar geworden. Wie aber gehen wir als Gemeinden damit um? Und wie sprechen wir mit Menschen, die solche rechten Positionen vertreten?

Ein Blick in die Bibel zeigt: Der Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen. In dieser Würde sind alle Menschen gleich – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Herkunft oder politischer Überzeugung.

Auch Jesus begegnet den Menschen seiner Zeit auf diese Weise. Er wendet sich allen zu, auch denen, die außerhalb gesellschaftlicher Normen stehen. Sie erfahren Annahme statt Ausgrenzung. Zugleich spricht er Fehlverhalten klar an. Die Pharisäer kritisiert er deutlich, und in der Bergpredigt formuliert er Maßstäbe dafür, was dem Willen Gottes entspricht – und was nicht. Bei ihm gehören Zuwendung und Klarheit zusammen.

Im persönlichen Umgang mit anderen Menschen fällt uns diese Unterscheidung jedoch oft schwer. Vertritt ein Mensch menschenverachtende Positionen, dann gelingt es uns kaum oder gar nicht, zwischen dem Menschen und seinem Verhalten zu unterscheiden. Darin liegt ein Dilemma.

Aus diesem Grund haben wir das Thema in einem Gemeindeforum am 28. Februar 2026 aufgegriffen. Dazu haben wir Mitarbeitende des Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Kiel eingeladen, um Möglichkeiten und Grenzen in Gesprächen mit Menschen auszuloten, die rechtsextreme Haltungen vertreten.

Nach einem biblisch-theologischen Einstieg durch Gemeindepastor Helge Frey ging es in einem Impulsvortrag um die Entstehung von Vorurteilen, um Mechanismen von Diskriminierung und um Aussagen, die inzwischen gesellschaftlich salonfähig geworden sind. Anschließend tauschten wir uns darüber aus, welchen rechten Parolen wir im Alltag begegnen und wo wir persönlich rechtsextreme Tendenzen wahrnehmen. Eine konkrete Erfahrung eines Teilnehmers wurde anschließend im Rahmen einer kollegialen Fallbesprechung vertieft. Abschließend beschäftigten wir uns mit der Frage, in welchen Bereichen wir Einflussmöglichkeiten sehen (Circle of influence) und wo im Gespräch persönliche Grenzen erreicht sind und wir dieses dann abbrechen.

In der Schlussrunde waren sich die Teilnehmenden einig: Dieses Thema, das an der Schnittstelle von Glaube und Gesellschaft liegt, begegnet uns bereits heute häufig. Umso wichtiger ist es, aus christlicher Perspektive eine gemeinsame Haltung zu entwickeln.

Der Workshop fand an einem Samstagvormittag statt und dauerte vier Stunden.